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Toleranzen im Technischen Zeichnen

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Toleranzen bezeichnen in einem System einen Zustand, indem eine Abweichung von der Norm durch eine störende Einwirkung auftritt. Allerdings ist bei Toleranzen die Abweichung nicht derart stark, dass sie eine Gegenmaßnahme erforderlich macht. Sie liegt deshalb im Bereich der Toleranz (d.h. Duldung). Für das Technische Zeichnen haben Toleranzen insbesondere eine große Bedeutung bei der Entwicklung von Maschinenbauteilen. Diese müssen den Kriterien des sogenannten "Austauschbaus" genügen. Vereinfacht bedeutet dies: Die Bauteile müssen mit anderen Modellen, die an einem völlig anderen Ort auf der Welt hergestellt wurden, ausgetauscht werden können. Deshalb werden sie normiert. Dabei können sie allerdings nicht exakt identisch sein. Deshalb müssen sie eine Toleranz aufweisen, d.h. die Teile werden in der technischen Zeichnung toleriert. In der Fachsprache werden diese notwendigen Toleranzen als allgemeine Toleranzen bezeichnet.

Allgemeintoleranzen für Längen und Winkel

Die allgemeinen Toleranzen für Längen und Winkel sind verbindlich festgelegt. Sie entsprechen denen in DIN ISO 2768-1 festgelegten Normen. Da nicht alle Bauteile eine gleich feine Toleranz aufweisen müssen, gibt es vier Klassen:

  • fein (f),
  • mittel (m),
  • grob (g), sowie
  • sehr grob (v).

In einer technischen Zeichnung muss die allgemeine Toleranz angegeben und mit dem Istmaß (dem tatsächlich gemessenen Wert) abgeglichen werden. Zusätzlich ist die gültige Normierung zu nennen.

Das Nennmaß und die Toleranzen im Planungsstadium

Die allgemeine Toleranz ist beim Technischen Zeichnen allerdings erst beim konkreten Zusammenbau bzw. der Montage von Bedeutung. In der Planung spielt das Nennmaß die entscheidende Rolle. Sie ist das ideal gedachte Sollmaß. Das Nennmaß ist also ein Wert ohne jede Toleranz. Sie wird aus diesem Grund als einfache Nulllinie eingetragen. Die Toleranzen werden nun als Abmaße http://www.technisches-zeichnen.net/technisches-zeichnen/grundkurs-04/abmass.php nach oben und nach unten vermerkt. Hat ein Bauteil beispielsweise eine Toleranz von 0,2 Millimeter nach oben, so wird dies mit einem Abmaß von +0,2 vermerkt. Der Wert wird oberhalb der Nulllinie eingetragen. Sind die Toleranzen negativ, so funktioniert die Eintragung praktisch gespiegelt. Allerdings werden die negativen Werte oberhalb der Nulllinie direkt neben dem Nennmaß vermerkt: Z.B. 48 -0,2. Man spricht diesbezüglich auch von den Feldern der Toleranz. Beträgt ein Abmaß Null (keine Toleranz), so kann dieses als "0" vermerkt werden.

Form- und Lagetoleranz

Formtoleranzen und Lagetoleranzen sind Methoden der Tolerierung, mit denen Werkstücke im Montage- und Funktionszusammenhang toleriert werden. Mehr zu diesen Tolerierungstechniken erfährt man in diesen Skirpten:

Form- und Lagetoleranzen
Formtoleranzen
Lagetoleranzen

ISO-Toleranzsystem

ISO-Toleranzsysteme definieren Toleranzklassen, die Lage und Größe eines Toleranzfeldes vorgeben. Diese Toleranzsysteme werden dann angewendet, wenn spezielle Anforderungen an Funktion und Passung vorliegen. Die ISO-Toleranzsysteme haben für Passungen nach ISO 286, DIN 7154 und DIN 7155 Gültigkeit.

Passungsangaben nach ISO

Werden zwei Bauteile (z.B. Bohrung und Welle) zusammengefügt, so erfolgt dieser Prozess über Passungsangaben nach ISO. Hier kommt das IT-Toleranzsytem zu tragen, wobei IT für „ISO-Toleranz“ steht.
Auch dabei muss eine Toleranz vermerkt werden. Dabei gibt es drei Optionen: Ist das Innenteil kleiner als das Außenteil, spricht man von einem Spiel, ist das Innenteil größer als Außenteil gibt es ein Übermaß und zudem kann je nach Istmaß auch eine Übergangspassung (Spiel oder Übermaß - abhängig von den Istmaßen) bestehen.

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